Der Begriff „jemanden gaslighten“ stammt vom Titel des Theaterstücks Gas Light von 1938. Der britische Dramatiker Patrick Hamilton beschrieb darin erstmals diese Praxis und machte sie zu einem öffentlich wahrgenommenen und diskutierten Thema. Die 1944 gedrehte Verfilmung Das Haus der Lady Alquist machte den Begriff weltbekannt. Der Begriff wird seit den 1960er Jahren auch umgangssprachlich und als psychologischer Fachbegriff verwendet, um Bemühungen zu beschreiben, jemandes Wahrnehmung der Realität zu manipulieren.[1] Die Täter werden auch als Gaslighter bezeichnet.
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Im Film wird Gaslighting absichtlich angewandt um einen Menschen so stark zu verunsichern. dass der immer größer werdende Selbstzweifel ihn in den Wahnsinn treibt. Alles nur Film? Alles nur Fiktion?
Meiner Ansicht nach nicht. Gaslighting geschieht auch ohne Absicht, ohne kriminelle Energie und auch ohne dass der Gasleuchtende ein Psychpath wäre, tagtäglich. Einfach so – in nach außen als ganz normal erscheinendes Kind einer ganz normal erscheinenden Familie.
Ich fühle falsch, also bin ich falsch
Für alles und manchmal die Aberwitzigsten Dinge muss man in Deutschland einen Antragstellen oder irgendeine Prüfung ablegen. Last but not least z.B. für die Erlaubnis ein Auto fahren zu dürfen, oder ein Motorrad, einen LKW, neuerdings auch für einen Wohnwagen und für Schiffe aller Art sowieso. Aber Kinder darf man in die Welt setzen und aufziehen dürfen alle ohne Vorbereitung.
Kinderbrauchen wie die Pflanzen einen geeignten Garten um sich entwickeln zu können. Was Kinder vor allem nicht brauchen sind Familien in denen man die elterliche Beziehung landläufig als toxisch bezeichnen würde. Toxische Beziehungen sind Beziehungen, in denen ein Elternteil den anderen oder die Elternteile sich gegenseitig abwerten. Eine Beziehung in der Liebe, Respekt und Wertschätzung keinen Platz hat, ist Gift für Kinder.
Da sind Söhne, die sich mit einem alkoholkranken Vater identifizieren müssen und dem, weben wegen dieser Trunksucht, von der Mutter kein Respekt entgegengebracht wird. Wie auch? Es mag ein Henne – Ei Problem sein, aber das weiß ein Kind natürlich nicht. Es muss auch nicht immer physische Gewalt im Spiel sein, es reicht, wenn Kinder in einem Klima aufwachsen, was Angst und Unsicherheit erzeugt.
Gaslight entsteht nämlich auch, wenn Eltern sich nicht einmal mehr Mühe geben, eine Meinungsverschiedenheit zivilisiert auszutragen, sondern derart laut und ungehobelt werden, dass Kinder Angst bekommen. Das ist nicht das was Kindern gut tut, Kinder brauchen Sicherheit und Geborgenheit. Natürlich brauchen Kinder dann Trost, aber wenn eine gedemütigte Mutter weint und verzweifelt ist, wird sie selber zum Kind. Sie erzeugt Mitgefühl veranlasst ihre eigenen Kinder für sie viel zu früh in de Elternrolle zu schlüpfen. Solche Mütter sollten sich von ihrem Partner trennen, real beliben sie aber oft in einer solch schlechten Beziehung stecken. Ihren Kindern sagen solche Frauen dann oft, dass wäre doch alles gar nicht so schlimm. Damit führen sie sie Gefühle der Kinder ad absurdum und eben das ist auch ein Fall von Gaslighting. Es kann die Tochter sein, die sich mit der Mutter identifiziert, die bei sich den Ärger fühlt und Mitgefühl hat mit der Mutter. Was lernt denn so eine Tochter, wenn die Mutter im Nachgnag zu solchen Situationen das Leid verleugnet und so tut, als wäre alles nicht so schlimm? So eine Tochter lernt, dass ihr Mitgefühl falsch ist, dass ihr Wille und Einsatz zu helfen unnütz ist und sie lernt, dass sie selber wohlmöglich ein bisschen verkehrt oder „anders“ ist weil sie falsche Gefühle fühlt.
Und manchmal wiederholt sich die Geschichte und die Töchter gedmütigter Mütter heiraten einen Mann, von dem sie wiederum ebenso schlecht behandelt werden wie einst die Mutter.
Manchmal … aber wirklich nur manchmal gelingt es der einen oder anderen aber auch eben genau diesen Fehler nicht zu machen und einen Mann lieben zu lernen, der es verdient hat.
Gaslighten passiert viel häufiger als man denkt. Ich war einmal vor etlichen Jahren, als mein Sohn selber noch klein war, zum Einkaufen und stand an der Kasse. Mit einem Kinderwagen schob sich eine Frau in die Schlange, deren Kind mit hochrotem Kopf aus Leibeskräften schrie – das Kind war vielleicht 3 Jahre alt, also im besten Trotzkopfalter. Es war ein Junge, der in seinem Kinderwagen einen wahren Zorn auf irgendetwas hatte. Die Mutter blieb jedoch ruhig und tröstete das Kind mit Berührungen, sie akzeptierte seinen Zustand gelassen und hielt die Schreie des Kindes einfach aus und sie mutete das auch den Leuten drumherum zu. Oft kann man in solchen Situationen aber genau das Gegenteil beobachten.
Kinder werden des „unangpassten“ Verhaltens wegen ausgeschimpft. Nun ja, es ist wirklich nicht sooo schön so einen Zornzwerg im Kinderwagen zu haben – aber es sind doch immer die Erwachsenen, die mit ihren do’s and don’ts alles noch schlimmer machen. Und weil Kinder in diesem Alter lange noch nicht wissen, dass sie mehr sind als das Gefühl, welches sie gerade überschwemmt, lernen sie dass ihr Gefühl nicht gut ist und später lernen sie, dass sie selber nicht gut sind, weil sie diese schlechten Gefühle haben.
Sich nicht „gut“ fühlen, können Menschen aber auf Dauer nicht aushalten. Das ist der Trick der Evolution um uns am Leben zu erhalten. Und so entwickelen wir die unterschiedlichsten Strategien um das Aufkommem dieses Gefühls zu vermeiden.
Sich besser fühlen zu wollen bzw. sich vom schlechten Gefühl treiben zu lassen und sozusagen die Flucht nach vorne anzutreten, kann ein Antrieb sein, ständig Höchstleistungen erbringen zu wollen oder anderen um jeden Preis gefallen zu wollen. Am Ende schafft man sich bei so etwas erfolgreich in ein Burnout.
Wenn man die Gefühle, die Kinder haben, nicht willkommen heißt. Wenn es kein echter Trost ist, keine echte Beruhigung, wenn man einem stattdessen Kind auf das Zurückhalten von Wut und Verletzlichkeit konditioniert anstatt sie altersentsprechend zum richtigen Umgang mit ihren eigenen Gefühlen anlzuleiten, dann kann es als Erwachsener keinen eigenen Weg finden.
Unbeabsichtigtes Gaslight entsteht aber auch, wenn ein Persönchen zu einer Person heranwächst und Entscheidungen fällen muss. Wenn jemand durch das Gaslight, welchem er oder sie selbst ausgesetzt war, nicht entscheiden kann, welchen Beruf er wählen möchte. Und so wie diese Menschen nicht wissen, wo ihre Talente stecken, wissen sie auch nicht, welche Menschen als Freunde und Partner zu ihnen passen.
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