Lesetipps Trauma

Für alle, die mehr wissen wollen
Quellen zu Trauma-Amnesie / Dissoziation (Auswahl)

Worum geht’s?
In akuter Bedrohung schaltet das Gehirn in einen Überlebensmodus. Dabei wird die
bewusste, sprachlich erzählbare Speicherung (explizites Gedächtnis) häufig gestört:
Der Hippocampus arbeitet unter hoher Stresslast eingeschränkt, während die Amygdala
Alarm und emotionale Bedeutung priorisiert. Das Ergebnis sind fragmentierte Erinnerungen:
Bedeutung, Affekt und Körperreaktionen bleiben erhalten, konkrete Worte oder Abläufe fehlen.
Dissoziation wirkt dabei als zusätzlicher Schutzmechanismus.

Standardwerke

  • Bessel van der Kolk (2014)The Body Keeps the Score
    Trauma, Körpergedächtnis, fragmentierte Erinnerung, Dissoziation
  • Judith L. Herman (1992/2015)Trauma and Recovery
    Komplexe Traumatisierung, Erinnerungslücken, Machtlosigkeit, Scham
  • David Spiegel et al. (2011)Dissociation and the Dissociative Disorders
    Klinische und neurobiologische Perspektiven auf Dissoziation
  • van der Kolk, McFarlane & Weisaeth (1996)Traumatic Stress
    Stressphysiologie, Gedächtniskonsolidierung, Trauma
  • Joseph LeDoux (1996)The Emotional Brain
    Emotionale Verarbeitung ohne bewusste Erinnerung

Fachartikel

  • Brewin, Dalgleish & Joseph (1996)
    A dual representation theory of PTSD
    Psychological Review, 103(4), 670–686
  • Ozer et al. (2003)
    Predictors of PTSD and symptoms: A meta-analysis
    Psychological Bulletin, 129(1), 52–73

Hinweis: Erinnerungslücken sind bei Trauma häufig selektiv und kein Hinweis darauf,
dass etwas „nicht so schlimm“ gewesen sei, sondern Ausdruck neurobiologischer Schutzmechanismen.