der Unterschied zwischen Freundschaft und Bekanntschaft ist oft nicht leicht zu erkennen. Von außen betrachtet mag vieles ähnlich sein, aber Freundschaft von innen, ist die höchste Form der Liebe.
Dieses Zitat wird Osho (1931-1990) zugeschrieben. Er war ein indischer Philosoph und Begründer der Bhagwan-Bewegung.
Eine Freundschaft ist eine Beziehung, die frei von gegenseitigen Bedingungen und Erwartungen ist. So zumindest die Idealvorstellung. Doch es ist wohl leichter gesagt als getan. Bedingungen und Erwartungen aus einer Freundschaft herauszuhalten ist alles andere als einfach.
Aber vielleicht kann man es zumindest ein bisschen üben, wobei man sich in einem ersten Schritt ersteinmal bewusst werden sollte, womit genau man enttäuscht wurde.
Wenn enttäuschte Erwartungen im Spiel sind oder waren, dann merkt man das an seinen Gefühlen. Da gibt es Ärger, manchmal auch Wut bishin zum Hass, Enttäuschung, Traurigkeit, Verbitterung, Eifersucht, Rache, Resignation.
Es ist wichtig diese Gefühle wahrzunehmen und sie – auch als negativen Gefühle – willkommen zu heißen und sie wertzuschätzen.
Wenn wir es nicht schaffen zu trauern und los zu lassen, werden wir bitter und resigniert. Vielleicht entwerten wir dann den Menschen, der uns enttäuscht hat oder das Ziel, das wir erreichen wollten, manchmal entwerten wir gar uns selbst. Oder wir gestehen die Enttäuschung zerknirscht ein, halten aber innerlich unseren Anspruch unverändert aufrecht. Dann verhindern wir die Entwicklungsmöglichkeiten, die in jeder Enttäuschung liegen.
Wir können daran festhalten, dass die Welt so zu sein hat, wie wir sie uns vorstellen. Dann taumeln wir von einer Enttäuschung zur nächsten. Wir können aber auch lernen, auf die Welt zu reagieren, so wie sie tatsächlich ist. Wir können auf das schauen, was wir in der Enttäuschung verloren haben, aber auch auf das, was sich uns neu bietet, wenn wir alte Erwartungen aufgeben. Andere können uns dabei helfen, neue Sichtweisen zu entwickeln, wenn wir sie an unserer Enttäuschung teilhaben lassen.